Peter Maffay

P. Maffay

„Meine künstlerische Gestaltungsfreiheit ist in Gefahr“

Peter Maffay
steht seit vier Jahrzehnten auf der Bühne. Der Sänger hat knapp 40 Millionen Tonträger verkauft. Seine „Tabaluga“-Märchenalben und die „Begegnungen“-Reihe haben den Rockmusiker auch international bekannt gemacht. Im Januar 2009 gehen Peter Maffay und seine Band mit ihrem neuen Album „Ewig“ auf große Deutschland-Tournee.
„Als Musiker und Produzent habe ich erfahren müssen, dass die Gefahr besteht, dass ich in Zukunft bei meinen Tourneen nicht mehr auf genügend drahtlose Mikrofone zugreifen kann. Das hat massive Auswirkungen auf meine künstlerische Gestaltungsfreiheit.

Wir bereiten zurzeit unsere Konzerttour vor, die im Januar starten wird. Selbstverständlich werden wir wieder mit drahtloser Technik arbeiten. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil, weil wir nur damit die Beweglichkeit, Flexibilität und Vielfalt erreichen können, die unser Konzert für das Publikum interessant macht. Dazu werden wir rund 18 drahtlose Mikrofone, acht drahtlose Instrumente und 81 In-ear-Monitorsysteme einsetzen, damit ich an unterschiedlichen Positionen mit meinen Fans in Interaktion treten kann.
Mein Musical „Tabaluga“ hat zusätzliche Anforderungen. Es ist vielschichtiger und komplexer als die Konzerttour, weil zu den Musikern noch Sänger und Schauspieler hinzukommen. Außerdem setzen wir eine größere Hauptbühne und Satellitenbühnen im Publikum ein. Insgesamt benutzen wir dort deutlich über 100 drahtlose Geräte.

Dies wird in dieser Form in Zukunft nicht mehr möglich sein, wenn die so genannte „Digitale Dividende“ an die Telekommunikationsunternehmen vergeben werden sollte. Ich kenne noch keine Lösung, wie dann meine Auftritte in der von meinen Fans erwarteten Qualität realisiert werden sollen.

Als Künstler und Produzent habe ich mich bisher nicht mit den Ressourcen für Produktionen auseinandersetzen müssen. Vor dem Hintergrund der Bedrohung meiner Produktionsmöglichkeiten bleibt mir nichts anderes übrig, als mich früh in die Diskussion einzuschalten. Ich will meine künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten auch in Zukunft nicht verlieren.
Ich appelliere deshalb an den Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Bernd Neumann, sich in der Bundesregierung dafür einzusetzen, dass wir Künstler nicht das Opfer eines nur scheinbaren technischen Fortschritts werden.“