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Tonmeistertagung 08

Ein Zuschauer berichtet

"Save our Spectrum III"

Im Kongressprogramm der 25. Tonmeistertagung stand das Thema (wieder) auf der Tagesordnung.

Moderiert von Herrn Goeres-Petry (Hessischer Rundfunk) trafen Horst Hölzel (Hessischer Rundfunk), Guido Göddel (Bundesnetzagentur), Matthias Fehr (APWPT) und Hergen Gräper (Staatsschauspiel Dresden für den Deutschen Bühnenverein) aufeinander.

In der Diskussion wurde das Dilemma der Problematik deutlich:

1. Die technischen Sachverhalte und Hintergründe sind zu komplex, um sie auf einfache Weise gegenüber der Politik und den Verantwortlichen kommunizieren zu können.

2. D I E drahtlose (Audio-)Technik gibt es so gar nicht.
Ganz allgemein handelt es sich um eine Sekundärnutzung eines nur den öffentl.-rechtl. Rundfunkanstalten zugesicherten Primärnutzungsdienstes. Und damit entsteht eine Rangfolge der potentiellen Nutzer. Zuerst die öffentl.-rechtl. Anstalten, dann Nutzer (wie Staats- und Stadttheater) mit zugesicherten lokal begrenzten Frequenzen und danach die Nutzer "freier" Frequenzen... Ein Wegfall eines Teiles der Bandbreite wird diese "Ordnung" durcheinander bringen.

3. Die Appelle des Bundesnetzagentur, dass beim Wegfall eines Teiles der Frequenzen, alle Nutzer mehr miteinander reden und enger zusammenrücken müssen, ist gut gemeint. Aber wie so oft ist das das Gegenteil von gut gemacht.
In Deutschland sind ca. 600.000 Mikroports in Betrieb. Hinzu kommen noch viele weitere Anwendungen, die im einzelnen oft gar nicht bekannt sind. Nicht nur bei Großveranstaltungen oder in lokalen Veranstaltungs-Ballungsräumen ist der Kollaps vorprogrammiert. Störungen, Sende- und Empfangsausfall werden an der Tagesordnung sein.
Wer will nach welchen Kriterien die knappen Ressourcen den Anwendern zuteilen? Das war eine der berechtigten Fragen.

4. Bisweilen entsteht der deprimierende Eindruck, dass der "Zug andernorts bereits abgefahren ist".
So hat zum Beipiel die Schweiz hat beschlossen: "In der vom Bundesrat verabschiedeten Version des NaFZ wird das Frequenzband 790 bis 862 MHz spätestens im Jahr 2015 für mobile Dienste zur Verfügung stehen." Was heißt "spätestens"??

5. Der Verlust von Frequenzen wird hohe Investitionen in alternative Techniken nach sich ziehen. Aussagen über dessen mögliche Höhe liegen nicht vor.

Viele Antworten blieb die Diskussion schuldig. Dank der ständigen Interventionen von Matthias Fehr blieben allgemeine Aussagen und Wunschvorstellungen nicht unwidersprochen.

So vermochte der Vertreter der Bundesnetzagentur auch auf wiederholte Nachfrage aus dem Publikum nicht zu sagen, wie lange die Geräte, welche bereits im Einsatz sind oder heute zum Kauf angeboten werden, noch eingesetzt werden können.
Das ist vergleichsweise so, als würde man Autos verkaufen ohne zu garantieren, dass es morgen noch Straßen dafür gibt...

H.E.
(Bericht für die APWPT Hompage redaktionell bearbeitet)
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Informationen zu den Tonmeistertagungen finden Sie auf der Homepage des Verband Deutscher Tonmeister.