EMR Workshop September 2012

September: EMR @ Brussels

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Workshop des Instituts für Europäisches Medienrecht (EMR)

Frequenzen sind ein wertvolles Gut, für dessen Nutzung Milliarden Euro gezahlt werden, weil entsprechende Gewinnmargen winken. Dabei hat man in erster Linie den Mobilfunk und das drahtlose Internet im Blick. Die Aktivitäten dieser Telekommunikationsunternehmen beherrschen derzeit die Schlagzeilen.
Für den terrestrischen Rundfunk und die drahtlosen Produktionsmittel (Programme Making and Special Events – PMSE), wie die Funkmikrofone, sind die Frequenzen aber von ebenso großer Bedeutung.
Die Zuordnung von Frequenzen erfolgt in einem komplexen Verfahren auf nationaler/regionaler, pan-europäischer und internationaler Ebene. Die Europäische Union hat beschlossen, dass die Frequenzen zwischen 790 und 862 MHz im Rahmen der sogenannten „Digitalen Dividende I“ dem Mobilfunk zuzuweisen sind. Bei der Weltfunkkonferenz (World Radiocommunication Conference) im Februar 2012 wurden bereits die Vorbereitungen für die „Digitale Dividende II“ getroffen, um auch die Frequenzen zwischen 694 und 790 MHz an den Mobilfunk zu vergeben. Dieses Spektrum wird zurzeit noch von TV und PMSE genutzt.
Insbesondere die Funkmikrofone sind elementare Bestandteile unseres Kommunikations- und Mediensystems sowie unseres kulturellen Lebens. Sie werden unter anderem in der journalistischen Berichterstattung, bei Sportereignissen, in Theatern, Bildungs- und Kultureinrichtungen, auf Messen, bei der Filmproduktion, in Konferenzzentren, Kirchen, Sportvereinen usw.
eingesetzt. Funkmikrofone können als Werkzeuge für Kommunikation und Produktion angesehen werden – ohne Funkmikrofone kein „König der Löwen“, kein „Starlight Express“, aber auch kein „Parsifal“ in Bayreuth. Viele Ereignisse, bei denen sie verwendet werden, sind einmalig und nicht wiederholbar. Daher sind drahtlose PMSE-Einrichtungen essenziell für die Inszenierung und Durchführung von Rundfunk.
Viele der heute benutzten PSME-Geräte könnten nur noch Elektronikschrott werden. Die Beschaffung neuer PMSE-Technik, die durch das Ausweichen auf andere Frequenzbänder notwendig wird, bedeutet erheblichen Investitionsbedarf, insbesondere auf Seiten der Kultureinrichtungen. Somit treffen auf einem von großem ökonomischen Interessen geprägten Spielfeld die Vertreter der Wirtschaft, also vorrangig jene des Mobilfunks, auf die Kulturschaffenden.
Es entsteht der Eindruck, dass die Kultur In internationalen Gremien ihren „social and economic benefit“ nachweisen und vorrechnen muss.
(Quelle: EMR-Einladung)

Datum und Standort:
25. September 2012 / Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt bei der EU in Brüssel

Mitschrift:
APWPT Veranstaltungsmitschrift [2.507 KB]

Tagungsbericht des Instituts für Europäisches Medienrecht (EMR, Herr RA Sebastian Schweda)
Kultur funkt SOS mit Bildbeiträgen 25092012 [7.064 KB]

Hinweis: Die EMR-Homepage hält weitere Informationen bereit - vielen Dank!

Pressemeldung:
MultiMedia und Recht (MMR), Dezember 2012
SOS Europe: Kultur imWellental?

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